Strafrecht

 

Strafmündigkeit

Ab deinem 14. Geburtstag bist du strafmündig, das bedeutet, dass du für dein strafbares Verhalten verantwortlich bist und auch die Konsequenzen tragen musst. Man unterscheidet zwischen Verwaltungsstrafverfahren und gerichtlichen Strafverfahren.

 

Verwaltungsstrafverfahren

Für bestimmte Straftaten ist nicht ein Gericht, sondern eine Verwaltungsbehörde (z.B. Bezirkshauptmannschaft, Stadtmagistrat) zuständig. Ins Verwaltungsstrafverfahren fallen leichtere Delikte (sogenannte Verwaltungsübertretungen), wie Fahren ohne Mopedausweis, Falschparken, bei Rot über die Kreuzung gehen, Lärmen in der Öffentlichkeit etc. Auch wegen Übertretungen des Jugendschutzgesetzes kannst du ab deinem 14. Geburtstag eine Verwaltungsstrafe bekommen. Im Gegensatz zum Verfahren bei Gericht zieht das Verwaltungsverfahren nie eine Vorstrafe nach sich, d.h. dass diese Strafe nicht ins Strafregister eingetragen wird.

 

Gerichtliches Strafverfahren

Strafbare Handlungen nach dem Strafgesetzbuch (Vergehen oder Verbrechen), fallen in die Zuständigkeit der Gerichte. Hierbei handelt es sich um schwerere Delikte als bloße Verwaltungsübertretungen. Strafbar sind zum Beispiel vorsätzliche Sachbeschädigungen, Mord, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Diebstahl, der Besitz von Drogen etc.

Strafrechtliche Delikte findest du hauptsächlich im Strafgesetzbuch, aber auch in anderen Gesetzen z.B. im Suchtmittelgesetz, im Waffengesetz, ...

Für Jugendliche (14 – 18 Jahre) sind spezielle Bestimmungen vorgesehen. Diese findest du im Jugendgerichtsgesetz (JGG):

Diese Sonderbestimmungen sind:

- Die Strafrahmen sind größtenteils deutlich niedriger als bei den Erwachsenen.

- Das Gericht hat verschiedene Möglichkeiten, auf dein strafbares Verhalten zu reagieren:

  • Es kann das Strafverfahren vorläufig einstellen (mit Probezeit).

  • Es kann einen außergerichtlichen Tatausgleich (Konfliktregelung) einleiten.

  • Es kann dich schuldig sprechen, aber keine Strafe verhängen. Beachte: Auch in diesem Fall kommt es zu einer Eintragung im Strafregister!

  • Es kann den Ausspruch einer Strafe für eine Probezeit von 1-3 Jahren aufschieben.

 

Tipps im Umgang mit der Polizei

Beim Kontakt mit der Polizei ist es wichtig, dass

  • du deine Rechte und Pflichten kennst,

  • du möglichst ruhig und sachlich bleibst,

  • du dich nicht provozieren lässt,

  • du auch selbst nicht provozierst!

Genauere Informationen über deine Rechte und den richtigen Umgang mit der Polizei findest du in unserer Broschüre über "Deine Rechte und Pflichten im Kontakt mit der Polizei"!

 

Weitere Infos unter:

www.neustart.at
www.taschenanwaeltin.at

Solltest du noch Fragen haben, melde dich bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft oder informiere dich in unserer Broschüre "Von der Anzeige zum Urteil"!