Recht am eigenen Bild

 

Bilder im Internet sind nicht mehr wegzudenken. Oft werden private Fotos auf unterschiedlichen Internetplattformen online gestellt, um der Welt draußen Eindrücke vom Traumurlaub, der letzten Party, oder seinen Liebsten zu zeigen. Einfach und schnell lassen sich Bilder ins Netz stellen, ohne großen technischen Aufwand. Sie wieder sicher zu entfernen, kann jedoch oft Probleme bereiten.

 

Welche Schranken sieht das Gesetz vor?

Das Urheberrecht (UrhG) ist das relevante Gesetz, wenn es um Veröffentlichung und Verwendung von Bildern im Internet geht. Es enthält neben dem Bildrecht in den §§ 73-75 UrhG, das die Nutzung von Lichtbildern regelt, auch einen sogenannten Bildnisschutz (§ 78 UrhG), welcher vor unerwünschten Abbildungen schützen soll.

Unumstritten ist, dass die Nutzung von Bildern in jenen Fällen erlaubt ist, in denen dies vom Urheber/von der Urheberin ausdrücklich gestattet wurde. Wenn auf der Webseite ausdrücklich vermerkt ist, dass der Inhalt bzw. etwaige Bilder frei zu nutzen sind, dürfen diese verwendet und auch auf einer eigenen Homepage veröffentlicht werden. Fehlt ein entsprechender Verweis auf Freigabe, dürfen Inhalte und Bilder nichtverwendet werden.

 

Homepages von Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen etc.

Eine Homepage für Schulen oder Kinderbetreuungseinrichtungen bietet heutzutage die Möglichkeit, sich innovativ einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Eine solche bietet außerdem jeder Bildungseinrichtung eine exzellente Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen den Umgang mit neuen Medien zu vermitteln.

Hier empfiehlt es sich, am Beginn des Kinderbetreuungs- bzw. Schuljahres eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten zur Abbildung ihrer Kinder bei Festakten bzw. sonstigen Aktivitäten und zur weiteren Veröffentlichung der Bilder auf der Homepage einzuholen. Es empfiehlt sich außerdem, dass Namen und Gesichter einander nicht zuordenbar sein sollen, damit Kinder und Jugendliche bildlich nicht rückverfolgt werden können.

 

Ist die Einwilligung des Kindes bzw. der/des Jugendlichen ausreichend?

Für die Einwilligung in die Veröffentlichung ist auf die individuelle Einsichts- und Urteilsfähigkeit der Abgebildeten abzustellen, im Gegensatz zur Geschäftsfähigkeit, bei der grundsätzlich das Alter von Bedeutung ist. Die Einsichts- und Urteilsfähigkeit kann ab dem Alter von 14 Jahren vermutet werden; im Einzelfall kann sie auch bei einer jüngeren bzw. erst  bei einer älteren Person gegeben sein.

Für jüngere Kinder im Kindergarten bzw. in der Volksschule ist die Einverständniserklärung von den Erziehungsberechtigten zu unterfertigen. Jugendliche um das 14. Lebensjahr, können gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten das Formular unterzeichnen. Ist eine Schülerin/ein Schüler volljährig, reicht ihre/seine Einwilligung aus.

 

Was tun, wenn man Bilder im Internet findet, die man entfernen möchte?

Findet man Bilder, bei denen man bloßgestellt wird bzw. solche, die Anlass zu Missdeutungen geben, entwürdigend oder herabsetzend wirken, so hat man ein Recht auf Löschung. Aktuelle Berichte zeigen, dass Kinder und Jugendliche immer wieder Opfer von Cybermobbing werden. Dagegen muss man sich massiv und entschieden wehren! Möchte man Bilder im Internet entfernen lassen, ist es am besten, man kontaktiert diejenigen, die das Bild veröffentlicht haben und verlangt dessen Entfernung. Wenn das nichts nützen sollte, gibt es die Möglichkeit einer Unterlassungsklage bzw. einen Anspruch auf Schadenersatz. Ein Schadenersatzanspruch setzt jedoch den Eintritt eines Schadens voraus, welcher von den Geschädigten bewiesen werden muss.